Schloss Charlottenburg ist das größte königliche Schloss Berlins und das vollständigste erhaltene Zeugnis preußischer Barockpracht. 1695 als Sommersitz für Sophie Charlotte in Auftrag gegeben – die brillante, musikliebende Gemahlin, der das Anwesen seinen Namen verdankt – wuchs es im Laufe des 18. Jahrhunderts zu einer weitläufigen Residenz mit Staatsgemächern, einem glanzvollen Ballsaal und intimen Privaträumen heran, die alle einen Einblick in das tatsächliche Leben der preußischen Könige und Königinnen gewähren.
Im Inneren reihen sich die Höhepunkte dicht an dicht. Das Porzellankabinett erstrahlt mit Tausenden blau-weißer chinesischer und japanischer Porzellanstücke, die vom Boden bis zur Decke gestapelt sind, während die Goldene Galerie – ein 42 Meter langer Rokoko-Ballsaal aus Spiegeln, Vergoldungen und hellem Grün – zu den meistfotografierten Innenräumen Berlins zählt. Weiter im Neuen Flügel befinden sich die prunkvollen Gemächer Friedrichs des Großen und eine berühmte Sammlung französischer Malerei des 18. Jahrhunderts.
Jenseits der Schlossmauern erstrecken sich 55 Hektar Gärten, die zunächst im strengen französischen Stil angelegt und später zu einem englischen Landschaftspark mit Seen und schattigen Alleen umgestaltet wurden. Darin verstreut finden sich ein bekrönter Mausoleum, ein neoklassizistischer Gartenpavillon und ein Belvedere-Teehaus – und das Gelände kann kostenlos durchstreift werden, sodass das Anwesen zum Preis einer einzigen Eintrittskarte einen ganzen Tagesausflug bietet.
Im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, wurde Charlottenburg über Jahrzehnte hinweg mit größter Sorgfalt wiederaufgebaut – und das spürt man in jedem restaurierten Deckenfresko und jedem neu aufgehängten Wandteppich. Heute bietet das Schloss eine der ruhigeren, grüneren Alternativen zum Trubel im Berliner Zentrum – ein Ort, um zur Ruhe zu kommen, Raum für Raum dem Audioguide zu folgen und drei Jahrhunderte zurück in die preußische Hofkultur einzutauchen.